zurück
     drucken
 

 

Hinweise zur Ernährung bei Fruktoseunverträglichkeit

Was ist eine Fruktoseunverträglichkeit (Fruktosemalabsoroption) ?

Die Fruktoseunverträglichkeit (nicht zu verwechseln mit der erblichen Fruktose- intoleranz bei Kindern) beruht auf der ungenügenden Aufnahme von Fruktose im Speisebrei durch die Dünndamzellen. Die nichtverdauten Fruktosemoleküle werden bei Weitertransport des Speisebreis im Dickdarm unter Gasbildung (z.B. Wasserstoff und Kohlendioxid) von Bakterien verstoffwechselt und abgebaut. Die ungenügende Aufnahme (Resorptionsinsuffizienz) der Fruktose (Fruchtzucker) im Dünndarm bewirkt damit oftmals Blähungen und allgemeine Oberbauchbeschwerden. Die individuelle Verträglichkeit (Toleranz) ist sehr unterschiedlich; kleine Mengen werden in aller Regel gut toleriert.


Welche Symptome treten auf ?

Die Hauptsymptome bei einer Fruktoseunverträglichkeit sind

Blähungen

breiiger Stuhl bis Durchfall

Übelkeit

Bauchschmerzen mit kolikartigen Schmerzen

 

Was ist die Ursache ?

Es besteht ein Defekt des spezifischen Fruktosetransports in die Dünndarmzelle, die anfallende Fruktose im Speisebrei kann nicht resorbiert werden, der Fruktosegehalt des Dünndarms überschreitet die Aufnahmekapazität, erst die Bakterien des Dickdarms spalten die nicht verdaute Fruktose unter Gasbildung auf.

 

Welche Bedeutung hat das für die Ernährung ?

Bei Fruktoseunverträglichkeit wird die Störung durch Zuckeraustauschstoffe (Xylit, Mannit, Sorbit) zusätzlich verstärkt, alle künstlichen Süßstoffe sind daher zu vermeiden.

Einschränkung von Fruktose (Fruchtzucker).

Häufig kleine Mahlzeiten: 5-6 Mahlzeiten pro Tag im Sinne einer ausgewogenen Ernährung.

Es ist darauf zu achten, dass in vielen Medikamenten (Säften, Tropfen, Dragee- hüllen) Fruktose enthalten sein kann.

 

Ernährungsrichtlinien

Bedarfsgerechte Nährstoff- und Energiezufuhr.

Leicht verdauliche, nicht blähende Kost.

Alle fruktosehaltigen Nahrungsmittel sind zu meiden.

Zum Süßen Glukose (Traubenzucker) verwenden.

Auch alle sorbithaltigen Nahrungsmittel (z.B. Diabetikergebäck/zuckerfreie Süßigkeiten) sind nicht geeignet.

Von industriell hergestellten Nahrungsmitteln und Fertigprodukten sind die

Verpackungsangaben zu beachten.

Evt. medikamentöse Vitamin- und Mineralstoffzufuhr (Zink, Folsäure, Vitamin A, Vitamin C, Magnesium).

 

Liste der Nahrungsmittel mit hohem Fruktosegehalt

Obst und daraus hergestellte Erzeugnisse sind wegen des hohen Fruktosegehaltes zu meiden (Trockenfrüchte und Fruchtsäfte, Multivitaminsäfte)

Karotten, Artischocken, Brokkoli, Auberginen, Kürbis, Tomaten

Erdnüsse

Honig

Früchtetee

Wein (süßer Wein, Most)

Nicht geeignet sind: Fruchtzucker, Rohr- und Rübenzucker, Sorbit und Süßigkeiten aller Art.

Die Gemüseportion ist pro Tag auf 150g beschränkt, wobei alle Gemüse mit einem höheren Gehalt an Fruktose als 2g/100g nicht geeignet sind. Dazu gehören: Grünkohl, Kohlrabi, Kürbis, Möhren, Paprikaschote, Lauch, Rote Bete, Rosenkohl, Rotkohl, Weißkohl und Zwiebeln, Tomaten, Brokkoli.

Speisekartoffeln sind fruktosehaltig und auf eine Menge von maximal 150g/Tag zu

beschränken.

 

Liste der Nahrungsmittel mit niedrigem Fruktosegehalt

Als fruktosearme und somit geeignete Gemüse sind zu nennen:

Artischocke, Bambussprossen, Blattsalate (Kopf-, Eichblatt-, Feldsalat, Bataviasalat etc.), Blumenkohlröschen, Bohnen (grün, fein), Chicoree, Chinakohl, Fenchel, Gurken (gegart), Knollensellerie, Mangold, Pilze (Champignons, Egerlinge, Pfifferlinge etc.), Schwarzwurzel, Sojakeimlinge, Spargel (grün, weiß), Spinat, Staudensellerie, Teltower Rübchen, Tomate, weiße Rübe, Zucchini.

Zu den blähstoffreichen und somit allgemein schwer verdaulichen zählen: Bohnenkerne, Erbsen, Grünkohl, Gurke (roh), Lauch, Linsen, Mais, Paprika, Radieschen, Rettich, Rhabarber, Rosenkohl, Rotkohl, Sauerkraut, Weißkohl, Wirsing, Zwiebel.

In Kombination von Fruktose und Sorbit können sich bereits kleine Mengen multiplizieren.

 

Merkpunkte zu Kostprinzipien

Bereite das Gemüse vitaminschonend zu, d.h. nicht zu heiß anbraten und zu lange
  
dünsten

Mineralstoffreiches Mineralwasser (am besten basisches) sollte man viel trinken

Ballaststoffe verwenden

Probiotische Yoghurts beachten, Vorsicht: Keine Fruchtjoghurts, manchmal ist
  
Sorbit enthalten

täglich Obst essen mit niedrigem Fruktosegehalt: Mandarine, Banane

Obst ist am besten nach einer Hauptmahlzeit verträglich und sollte am Abend
  
gemieden werden

Versuche Traubenzucker nicht zu oft zu verwenden! Lieber auf fruktosehaltiges
   Essen verzichten (Traubenzucker sollte nur als "Not-Lösung" verwendet werden!)

 

zurück
     drucken